Kapitalismus war wahrscheinlich noch nie „unter Kontrolle“. Aber die Zuspitzung der Konfliktpotenziale bei gleichzeitiger Verrohung nehmen weltweit und auch in den hochindustrialisierten Zentren zu. Die Eliten sind kompett abgehoben und haben sich in Parallelgesellschaften verabschiedet. Die Medien beschäftigen uns jeden Tag mit der Demokratiefähigkeit des Islam.
Unser größtes Problem in dieser momentanen Lage, könnte man meinen, wenn man davon ausgeht, dass Häufigkeit tatsächlich im Verhältnis zur Relevanz steht.
Kapitalismus ist außer Kontrolle. Alternativen zum Kapitalismus zu diskutieren, traut sich niemand, nicht mal Linke. Medien schon gar nicht.
Es wäre wünschenswert, wenn die ParadisePapers nicht dazu führten, dass uns eine Handvoll Unternehmen und Politiker als Sündenböcke präsentiert würden, die wir dann kollektiv ganz gemein finden sollen und zwei Wochen später müssen wir uns dann in Schleife und in Dauerpräsenz schon wieder und immer noch der „Flüchtlingsproblematik“ widmen. Es wäre dagegen wünschenswert, die Debatte könnte zum Anlass genommen werden, die gesellschaftlichen und globalen Verhältnisse ganz grundsätzlich in Frage zu stellen und alternative Gesellschaftsformen zumindest mal zu denken wagen.
